Grundwasserschutz in Niedersachsen

Ziel der Wasserrahmenrichtlinie ist die langfristige Verbesserung der Qualität aller Gewässer innerhalb von Europa. Beim Grundwasser wird geprüft, ob sich die Grundwasserkörper in einem guten mengenmäßigen Zustand und in einem guten chemischen Zustand befinden. Hinsichtlich des guten chemischen Zustandes werden häufig hohe Nitratkonzentrationen im Grundwasser gemessen. Als Grund für die hohen Nitratkonzentrationen werden diffuse, das heißt flächenhafte Austräge unter landwirtschaftlich genutzten Flächen genannt. Aus diesem Grund hat das Land Niedersachsen insgesamt 11 Zielkulissen zur Nitratreduktion ausgewiesen. Innerhalb dieser Kulissen wird seit 2010 eine spezielle Umweltberatung aufgebaut und umgesetzt. Ziel ist es die Nitratausträge zu verringern, um so die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie erreichen zu können.

Die Gesamtgröße der 11 Zielkulissen beträgt 15.772 km² . Dies entspricht

33%

der niedersächsischen Landesfläche.

Die Geries Ingenieure GmbH ist mit der Umsetzung der Beratung in den Zielkulissen Untere Elbe (1.483 km²)

10%

Untere Weser (1.330 km²) mit dem Seen-Einzugssgebiet Bederkesaer See (26,42 km²)

9%

und Obere Aller rechts (1.476 km²)

9%

betraut, was 28 % der gesamten WRRL Beratungsfläche abdeckt.

Beratungs- und Modellbetriebe

Das Land Niedersachsen hat beschlossen, die Beratung in den Zielkulissen der Wasserrahmenrichtlinie aufrecht zu erhalten. Neben den zurzeit etablierten
20 Modellbetrieben werden zusätzlich 60 Beratungsbetriebe je Kulisse beraten. Für die Betriebe werden folgende Leistungen angeboten:

  • Erstellung eines ausführlichen Düngeplanes für Stickstoff, Phosphor und Kalium (Modellbetrieb)
  • Erstellung eines vereinfachten Düngeplanes für Stickstoff, Phosphor und Kalium (Beratungsbetrieb)
  • Abschätzung des möglichen Einsparpotenzials für Stickstoff
  • Untersuchung (Vollanalyse) von Wirtschaftsdüngern
  • Futtermitteluntersuchungen

Seit Einführung der Beratung in den WRRL-Kulissen ist der GrundWasserKreis (GWKreis) die zentrale Kommunikationsplattform zur Koordination der Beratungstätigkeiten sowie zur offenen Präsentation und Diskussion der Untersuchungsergebnisse. Der GWKreis setzt sich aus den Modellbetrieben, dem NLWKN, dem Landvolk, vor Ort tätigen Beratungsunternehmen und dem WRRL-Berater zusammen.

Alte Kommunikationsstruktur

Auch zukünftig soll der GWKreis genutzt werden, um einen offenen (nicht anonymen) Diskurs über die Herausforderungen und Lösungen, die sich in dieser landwirtschaftlich geprägten Zusammensetzung ergeben, zu gewährleisten. Nach dem Motto „Von den Besten lernen“ soll auch weiterhin ein sowohl kritischer als auch konstruktiver Dialog zwischen den Akteuren geführt werden. Diese Vorgehensweise ermöglicht einen „ehrlichen“ Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen allen Beteiligten.

Neue Kommunikationsstruktur

Wie bereits beschrieben zielt die Beratung darauf ab, den guten Zustand der Gewässer gemäß der Anforderungen der EG-WRRL zu erreichen. Aufgrund der Größe der Zielkulissen spielt die Kommunikationsstruktur eine sehr wichtige Rolle und ist Voraussetzung für eine effiziente Multiplikatorenberatung. Ausgearbeitete Empfehlungen und Hinweise zur Verbesserung der Wasserqualität sollen/müssen zukünftig verstärkt über die Multiplikatoren an die Bewirtschafter weiter geleitet werden.